Ted Pearce | Battle for Zion

Interview mit Ted Pearce! Er spricht über seine bewegte Lebensgeschichte, über Musik und wie er zum Glauben an Jesus Christus kam.

Am 03.07.2010 gab der bekannte Lobpreis- und Anbetungsmusiker Ted Pearce in der Immanuel-Gemeinde Nürnberg ein messianisch-jüdisches Lobpreiskonzert vom Feinsten. Er stellte seine neue CD „Battle for Zion“ vor. Am Tag danach erzählte er uns Details seiner sehr bewegten Lebensgeschichte:


Wann hast Du angefangen, Musik zu machen?

Oh, schon mit 4 Jahren fing ich an zu singen. Damals habe ich Elvis Presley im Fernsehen gesehen  und  mir ist aufgefallen, wie alle Mädels hinter ihm her waren. Ich dachte mir, dass will ich machen! Mit 15 Jahren fing ich an, professionell zu singen und Gitarre zu spielen. Als 18-Jähriger spielte ich 6 Nächte die Woche in der örtlichen Bar in Texas/Bohemia namens „Foxy 80 Club“. Das habe ich bis zu meinem 30. Lebensjahr gemacht. Eigentlich bin ich erst mit 29 Jahren Jesus begegnet. Mit dreißig fing ich an, eine kleine messianisch-jüdische Gemeinde zu besuchen, und mir fiel auf, dass die Musik überhaupt nicht so das war, was ich zuvor gehört habe. Die Musik hat mich wirklich berührt. In den ersten Monaten, als ich die Gottesdienste besuchte, musste ich jedes Mal weinen. Es war so wunderschön und heilig. Lieder wie die von Paul Wilbur und seiner Band „Israels Hope“ und die von „Church of the Offering Lamb“ und „Marty“ habe ich noch nie zuvor gehört.

Während dieser Zeit hörte ich für ein Jahr lang auf, Musik zu machen, um mich dort von der Lehre verändern zu lassen. Ich habe viel über den Herrn Jesus gelernt und habe danach wieder angefangen, innerhalb der messianisch-jüdischen Gemeinde als ein Teil einer Band Musik zu machen. Ich bin kein Jude und es gibt nicht viele, die Lobpreislieder für messianische Juden, Juden die an Jesus glauben, schreiben. Anfangs schrieb ich nur Lieder für meine kleine Gemeinde, und über die Jahre wuchs diese zu einer der größten Amerikas an. Viele Gemeinden fingen an, sich für jüdische Lobpreismusik zu interessieren und außerdem wurden immer mehr messianisch-jüdische Gemeinden gegründet. Da gab es plötzlich ein großes Interesse und einen Notstand für messianische Lobpreismusik, da kam ich dann ins Spiel.

Es war interessant, gestern während des Anbetungsabends Deine Lebensgeschichte zu hören. Besonders der Teil über Deinen Kampf mit Gott hat mich sehr beeindruckt. Viele Christen gehen durch diese Phase und diese Art von Kampf, vielleicht könntest Du davon noch mehr berichten?

Ja sicher. Nun, es ist eine so lange Geschichte, im Alter von 29 Jahren habe ich für mich die Entscheidung getroffen, nach der Wahrheit zu suchen. Ich war Atheist, und ich war mir sicher, dass es keinen Gott gibt. Deshalb hatte ich auch keine Angst davor, die Wahrheit zu entdecken. Ich dachte, ich würde feststellen, dass meine Vermutung sich bewahrheitet. Ich begann, die Bibel zu lesen, um zu beweisen, dass das Christentum eine falsche Religion ist, und dass es nur eine psychologische Krücke ist. Ich war sehr humanistisch geprägt, und in vielerlei Hinsicht habe ich mit dieser Grundeinstellung heute noch zu kämpfen. Aber ich habe angefangen, die Bibel zu lesen und stellte fest, dass die Bibel sich zu der religiösen Welt um uns herum unterscheidet.

Ich wuchs in einer sehr religiösen Stadt auf, in der sich die religiösen Leute einander nicht mal mochten, sie haben über einander gelästert. Die Baptisten lästerten über die Pfingstler und die Pfingstler über die Baptisten, und es sah so aus, als ob niemand die Katholiken mochte. Innerhalb Amerikas gehörte meine Stadt zu einer der am meisten rassistischen. Der KKK (Kukluksclan) regierte durch ihre Machtausübungen innerhalb meines Staates in Texas. Ich bin mir ziemlich sicher, dass viele Europäer nicht wissen, dass es noch Orte in Amerika gibt, wo schwarze Menschen und Juden nicht willkommen sind. Ich wuchs in einer solchen Stadt auf, dort waren keine Schwarzen und keine Juden. 1996 versuchte die Bundesregierung, sich abzusondern oder zu trennen, um dadurch das Problem zu beheben, leider schafften sie es nicht. Nachdem die Bundesregierung es nicht schaffte wurde die Stadt grau. Heutzutage sind dort Juden und Schwarze willkommen, allerdings gibt es dort nach wie vor Rassisten. Jedenfalls wuchs ich in einer Stadt auf, die voll des Hasses war und leider waren so viele Christen daran beteiligt. Unter diesen Umständen entschied ich für mich, dass keiner dieser Parteien recht hatte. Das lag daran, weil sie von einem Gott der Liebe gesprochen haben und trotzdem Menschen hassten. Dies war ausschlaggebend dafür, dass ich Atheist wurde.

Später in meinem Leben war ich immer noch auf der Suche nach der Wahrheit und ich war mir sicher, dass ich nicht auf einen Gott stoßen würde. Als ich dann aber die Bibel las, habe ich gesehen, dass Glaube und Religion nicht dasselbe sind. Glaube ist, Gott zu vertrauen, während Religion sich darin erklärt, dass Menschen aus eigener Kraft Gott gefallen wollen. Keiner von uns kann das tun, es ist, als würde man an Regeln und Gesetze glauben. Religion ist die pure Kontrolle und Manipulation anderer Menschen. Es war nie die Absicht Gottes, aber ich dachte mir damals, dass es das ist, was Gott wollte. Es war aber nur das, was ich vermutete, aber eigentlich will Gott was ganz anderes. Alles, was Gott will, ist, dass wir glauben. Er möchte, dass wir Ihm vertrauen. Er gab uns Sein Wort, und Sein Wort ist ein Pfad zum Leben. Nicht nur zum ewigen Leben, sondern zum jetzigen Leben. Um das zu empfangen, müssen wir Ihm nur vertrauen, und versuchen, Dinge auf Seine Weise zu tun. Dann werden wir sehen, dass Sein Weg wirklich der beste ist. Ich dachte immer, dass ich mich erst reinigen müsste, bevor Er mich akzeptieren würde, aber das ist nicht wahr. Er liebt uns so wie wir sind, aber Er wird dich nicht so lassen, wie du bist. Er würde dich verändern, so dass der Geist der Heiligkeit in dir Platz nehmen kann. Plötzlich möchtest du heilig sein, die Dinge, die vorher so langweilig erschienen, sind plötzlich die, die du nur noch haben willst. All das, was ich in meiner Rock’n’Roll Zeit erlebte, schien mich zu zerstören. Die Drogen, der Alkohol, die Frauen und all diese Dinge, die mit dem von Gott nicht gewollten Lebensstil einhergehen, zerstören einen, und ich war zu schwach, all das aus eigener Kraft zu überwinden. Als ich dann anfing, Ihm zu vertrauen, hat Er mir den Geist der Heiligkeit, den Heiligen Geist gegeben, und plötzlich wollte ich diese Dinge einfach nicht mehr. Das ist mein Zeugnis, es ist nicht komplizierter, als einfach nur das Wort Gottes zu lesen und diesem Gott zu vertrauen. Das nennt man Glauben!

Ich hatte den Eindruck, dass Du Gott und auch Deine Musik wirklich liebst. Gestern erschien es mir, als hättest Du viel Spaß gehabt, in der Gemeinde Musik zu machen.

Du hast recht, es macht viel Spaß, weil es ein Teil meiner Persönlichkeit ist. Vorhin erzählte ich davon, wie ich zum Glauben kam, damals musste ich für 1 Jahr aufhören, Musik zu machen, weil ich festgestellt habe, dass Musik einen zu hohen Stellenwert in meinem Leben hatte. Es fiel mir leicht, aufzuhören mit Drogen und aufzuhören zu fluchen. Alle diese Dinge haben sich schlagartig geändert, aber ich hatte nach wie vor das starke Verlangen danach, in einer Rock’n’Roll Band zu spielen. Ich verstand nicht wirklich warum, bis ich eines Abends auf der Bühne stand und spielte und das Publikum ihre Hände hob und jubelte. Dann begriff ich, dass ich einen Lobpreis-Gottesdienst geleitet habe, der nicht an Gott gerichtet war. Das war der letzte Abend, an dem ich in einer Rock’n’Roll Band gespielt habe. Ich hab es betrachtet, wie es für so viele im Musikgeschäft ist. Das Musikgeschäft macht dich zu einem Star oder zu einem Idol, sie vermarkten dich so, als wärst du das Beste, was die Welt gesehen hat: Man muss Musik von Madonna kaufen, weil sie die Beste und die Größte ist. Musiker fangen an, das zu glauben, obwohl es doch eigentlich nur Werbung und Propaganda ist. Musiker fangen an, an sich selbst zu glauben, und bevor sie es merken, haben sie sich selbst zu Gott gemacht. Aus diesem Grund habe ich eigentlich, seitdem ich Musik mache, schon 3 Mal aufgehört. Es erschrak mich zutiefst, als ich feststellen musste, dass Musik auf einmal wichtiger wurde als Gott. Wenn das passiert, muss ich aufhören, und ich habe alle Gründe, dies jederzeit wieder zu tun.

Was bedeutet es für Dich, hier in Nürnberg zu sein?

Nürnberg, einfach nur das Wort Nürnberg erschreckt jüdische Menschen. In Amerika wird Nürnberg oft in Verbindung mit den „Nürnberger Prozessen“ und den Kriegsverbrechern gebracht. Deshalb ist es doch sehr erstaunlich, eine Gemeinde und Menschen, die Gott lieben, zu sehen, die hierher kommen und in solch einer Demut in Geduld und Gnade handeln. Viele meiner Freunde, denen ich erzählte, dass ich nach Nürnberg gehe, waren sehr überrascht. Übrigens ist heute der „Tag der Unabhängigkeit“. Anstatt diesen in Amerika zu feiern, tue ich das hier in Nürnberg zusammen mit euch. Ehre sei Gott, dass Er uns frei gemacht hat!

Das Interview führte Uwe W.